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Nicht ist hier also
etwas Unbestimmtes, Plan- oder Konzeptloses gemeint, sondern eher
etwas, worin Plan und Konzept weisend gehüllt sein kann. In
entscheidenden Augenblicken helfen Pläne und Konzepte nicht
unmittelbar genug. Die Aufmerksamkeit und Beweglichkeit des Lehrers
können miteinander so ins Spielen kommen, dass immer ökonomischer
und schöpferischer gehandelt werden kann, auch in schwierigen
und überraschenden Situationen.
Wenn diese „ökonomische
Kreativität” als in sich/mir ruhende Möglichkeit
erlebt wird, dann hört die meist nur wenig bewusste Angst vor
Unvorhergesehenem auf. Damit hört auch das zwingende Haftenbleiben
am Vorbereiteten auf. Die so entstehende Unabhängigkeit verwandelt
Konzept und Plan in innere landschaftsähnliche Gebiete, die
nun Umgebung werden für pädagogische Handlungen, die unerwartet
aber stimmig sind.
Intuitive Fähigkeiten in diesem Sinne hängen grundsätzlich
nicht von Begabung ab, sondern können von uns allen durch Übung
erworben werden. Rudolf
Steiner sagte einmal etwa: „Ja, es ist richtig, aber es
stimmt nicht.” In der „Intuitiven Pädagogik”
ist „Stimmigkeit” entscheidend und ich will an einem
Beispiel versuchen deutlich zu machen, um was es geht.
Zwei Personen machen zusammen eine Übung: abwechselnd gleichmäßig in die Hände
klatschen. Schon bei mäßiger Geschwindigkeit misslingt
es. Wenn ein hohes Tempo eingesetzt wird, klatschen z.B. beide hilflos
gleichzeitig. Selbstverständlich gibt es geschickte Ausnahmen,
die sehr bald viel können. Das Wesentliche ist aber, dass die
„Stimmigkeit” hör- und sichtbar ist! Bei Zweien,
denen es gut gelingt, kann man den Unterschied zwischen „richtig”
und „stimmig” genau so wahrnehmen, wie bei zweien, die
es weniger gut können.
Wenn es anfängt zu stimmen,
scheint die Übung selbst sich von den Übenden zu lösen
und ist gleichsam befreit, wie tanzend und lebend zwischen ihnen.
Eine Art von zartem Jubel tritt dann auch bei dem, der zuschaut,
auf: keiner denkt mehr an Takt oder Exaktheit, alles klatscht nur
und freut sich. Gewiss ist bei solch einer Übung dann auch
das „Richtige” da, aber gelegentlich konnten wir „Stimmigkeit”
ohne „Richtigkeit” entdecken, z.B. bei manchen Sprech-
und Bewegungsübungen.
In allem Üben, Spielen,
Arbeiten, ja, in allem Tun überhaupt und auch in Naturvorgängen,
wenn sie gesund sind, gibt es dieses fließende, freiwillige
Strömen oder Wachsen, dem eine völlig andere Qualität
innewohnt als dem sogenannt Richtigen, Normalen oder sonst üblich
Genügenden.
Auf jeden Fall kann immer über dieses Normale und Richtige
hinausgegangen werden, und erst dann beginnt das Wesentliche.
Worte können
Vorgänge beschreiben, aber nicht immer erlebbar machen. Das
hier Gesagte will auf etwas hinweisen, was immer und überall
da ist und leicht übersehen wird.
Pär Ahlbom
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